Öffentliche Verkehrsmittel in Brüssel: Metro, Bus, Tram, Zug & Tickets

Die belgische Hauptstadt ist die zentrale Schnittstelle des Landes. Zusammen mit der Metropolregion ist sie auch verkehrstechnischer Dreh- und Angelpunkt. Was sind die besonderen Kriterien beim Öffentlichen Personen- und Nahverkehr (ÖPVN) in Brüssel? Wie stellen sich Strukturen und Funktionsfähigkeit dar? Um dir als Besucher oder Reisenden wichtige Informationen über öffentliche Verkehrsmittel in Brüssel zur Verfügung zu stellen, könnte dieser detaillierte Überblick hilfreich sein.

Wie gut ist der Nahverkehr in Brüssel ausgebaut?

Je nach zentraler Lage deiner Unterkunft sind etliche Bereiche der Alt-und Innenstadt sicherlich gut fußläufig zu erkunden. Dies gilt beispielsweise für den Bereich rund um den „Groote Markt“ über die Börse, bis zur Kathedrale St. Catherine oder auch vom Quartier Louise nach Marolles. Durch die spezielle Struktur und die Lage der Stadtteile und Quartiere wird es allerdings mitunter notwendig sein, dass du auf das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs zurückgreifen musst. Die Infrastrukturen des ÖPVN in Brüssel sind sehr gut ausgebaut und durch die unterschiedlichen Möglichkeiten im Rahmen der Personenbeförderung sind alle Bezirke flexibel erreichbar.

Viele Sehenswürdigkeiten, Szenelokalitäten oder Besonderheiten liegen relativ weit verstreut auseinander. Um dich individuell von A nach B zu bringen, kannst du in Brüssel über das Verkehrsnetz der Metro, die Tram, auch „Prémetro“ genannt, da es sich um Straßenbahnen handelt, die zum Teil auch unterirdisch fahren, zahlreiche Busverbindungen und die Zuglinien der Regionalbahn verfügen. Das Betreiben und die Verwaltung des überwiegenden Teils der öffentlichen Verkehrsmittel unterliegen den Brüsseler Verkehrsbetrieben STIB. Die Preise sind moderat und liegen in vielen Bereichen leicht unter dem Preisniveau in der Bundesrepublik. Es gibt viele interessante Zusatzangebote wie beispielsweise Tageskarte, Wochenticket, Kombi- oder Jumpkarte.


Metro in Brüssel

Eines der wichtigsten Beförderungsmittel gerade im innerstädtischen Bereich ist die U Bahn in Brüssel. Das Metronetz, erkennbar an dem bauen Logo mit dem weißen „M“, verfügt insgesamt über 4 Linien und ist die schnelle, zentrale Verbindung vieler wichtiger Knotenpunkte. Zusammen mit der Straßenbahn bildet die Metro das tragende Fundament des Nahverkehrs in der gesamten Region Brüssel-Hauptstadt. Die erste Linie wurde im Jahr 1976 in Betrieb genommen. Seit jener Zeit, einhergehend mit dem Aufstieg Brüssels zum wichtigen Standort der Europäischen Union, wurde der Netzplan stetig erweitert. Die meisten der insgesamt 59 Stationen befinden sich unter der Erde. Das gesamte Schienennetz umfasst eine Länge von knapp 40 Kilometern, wobei der durchschnittliche Abstand der jeweiligen Haltestellen rund 700 Meter beträgt.

Innerhalb der einzelnen Bauphasen oder während der Umstellung des Betriebes vom Straßenbahnverkehr zur U-Bahn, hat sich in der Vergangenheit die Lage der einzelnen Stationen nicht verändert. In Brüssel immer zu beachten, die unterschiedliche Namensgebung zwischen dem Französischen und dem Flämischen, welche den jeweiligen Gebietsanspruch verdeutlicht. Zwei Linien der Metro befahren weite Streckenabschnitte gemeinsam, da diese sich erst nach dem Durchfahren des City-Bereichs in Form einer Gabelung aufteilen. In den Hauptverkehrszeiten fahren die Züge in 6-Minuten-Intervallen. Durch die Linienüberschneidungen entstehen dann in einigen Bereichen 3-Minuten-Intervalle. Die reguläre Öffnungs- und Betriebszeit der Metro beginnt um 5 Uhr morgens und endet am Folgetag um 1 Uhr nachts.

Die Linien 1,2, 5 und 6 der Brüsseler Metro werden durch die Prémetro-Linien 3 und 4 der Straßenbahn ergänzt, welche den wichtigen Teil der Innenstadtanbindung in Form des Nord-Süd-Abschnittes übernehmen. Im Metroplan findest du innerhalb des Netzsystems vier Umsteigebahnhöfe, fünf Übergangsstationen zu regionalen Zuganbindungen und etliche Umsteigemöglichkeiten zu Bus oder Straßenbahn. Eine weitere Besonderheit in Brüssel ist die Ausgestaltung der Bahnhofsstationen mit zeitgenössischer Kunst. Eine vom Ministerium eingesetzte unabhängige Kommission beurteilt die kulturellen Förderungsbelange aus verschiedenen Kunstrichtungen, beispielsweise der Malerei, der Fotografie oder der Bildhauerei und zeichnet für deren Präsentation im Verkehrsbereich der belgischen Hauptstadt verantwortlich.

Brüssel Metro
Metro in Brüssel

Linie 1 (Magenta) – Gare de l’Quest / Weststation nach Stockel / Stokkel

Die Metro-Linie 1 befährt die Ost-West Tangente, deren Verlauf quer durch die Innenstadt führt und sich von Merode bis zur Weststation mit dem Streckenabschnitt der Linie 5 überlappt. Vom Gare de l’Quest ausgehend, verläuft die Route kurz Richtung Norden und biegt dann nach Osten ab. Es gibt insgesamt 21 Stationen auf einer Streckenlänge von 12,5 Kilometern. Nachdem der Brüsseler Kanal unterfahren ist, erreichst du als nächsten Haltepunkt „Sainte-Catherine“. Ein guter Ausgangspunkt zum Besuch der beeindruckenden Kathedrale und weiteren fußläufig erreichbaren Sehenswürdigkeiten wie dem „Fontaine Anspach“ oder der Kirche des Heiligen Johannes am Beginenhof. Nur eine Station weiter liegt „De Brouckère“. Neben Shopping-Center, Einkaufsmeile und vielen Restaurants ist es von hier nicht weit zur Börse, der „Eglise Saint Nicolas“ und einigen Museen.

Der nächste Halt ist der „Gare Central“, die zentrale Achse der Innenstadt. Hier befinden sich auch der Übergang zum Bus- und Trambahnhof, sowie die Kathedralen St. Michael und St. Gudula. Der Bereich der nachfolgenden Haltestelle „Parc“ ist geprägt von Banken, Ministerien und Landesvertretungen. Außerdem findest du hier die wunderbaren Grünanlagen des großen Brüsseler Stadtparks mit dem Theater Royale. Weiter im Osten, an der Station „Schumann“ beginnt das Europaviertel mit dem Berlaymont-Gebäude, anderen modernen. Architektonischen Gigantbauten der Europäischen Union und der Übergang in den „Jubelpark“ mit seinen historischen Bauwerken und Museen. Über Gribaumont, Roodebeek und Alma, dem Studentenviertel, geht es zum Endbahnhof Stockel.

U-Bahn Brüssel am Gare de l'Ouest / Weststation / Westbahnhof
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Linie 2 (Orange) – Simonis nach Elisabeth

Die Metrolinie 2 verläuft in der Form eines kleinen Ringes um das Brüsseler Zentrum. Sie beinhaltet 19 Bahnhöfe auf 10,3 Kilometer Gesamtstreckenlänge. Beginnend am „Parc Elisabeth“ verläuft die Route zunächst südlich über Osseghem und Beekant zur Weststation. Bei Delacroix wird der Kanal überquert und die Strecke führt ostwärts zum Gare du Midi, einem zentralen Knoten- und Umsteigepunkt zu den Regionalbahnen, der Tram sowie etlichen Buslinien. Vom Bahnhof Midi starten auch die „Airport-Shuttle“ zum Flughafen Charleroi und hier findest du den beliebten Wochenmarkt „du Midi“ sowie den Übergang in das Viertel „Marolles“. Einem Bogen folgend geht es zur Station „Louise“. Dort befindet sich der Justizpalast, aber auch die angesagten Nachtclubs „Bloody Louis“ und „Bazaar“.

Im angrenzenden Bereich der Stationen „Porte de Namur“ und „Trône“ liegt der naturhistorische Park Egmont mit dem neoklassizistischen Palais, die Kirche Notre-Dame-du-Sablon und der Brüsseler Königspalast. Gleich nebenan findest du etliche Museen, darunter das „Margritte Museum“, das belgische Museum der feinen Künste, die archäologische Palastanlage „Coudenberg“, das „Instrumentenmuseum“ und den Akademiepalast. Hier in der Umgebung des Brüsseler Parks kreuzt die Strecke bei der Station „Arts-Loi“ die Metro-Linien 1 und 5. Beim nächsten Bahnhof „Madou“ befindet sich die Großraumdiskothek „Mirano“ und das Theatereventcenter „Cirque Royal“. Die Metrolinie schwenkt im Bogen wieder nach Westen und erreicht den Botanischen Garten der belgischen Hauptstadt. Über Rogier und Yser geht es vorbei an Molenbeek zur Endstation Elisabeth.

Linie 5 (Ocker/Senfgelb) Erasme nach Herrmann-Debroux

Mit 17,3 Kilometer Gesamtstrecke und 28 Bahnhöfen ist die Linie 5 die längste der Brüsseler Metro-Linien. Sie bedient in der Form eines auf dem Kopf stehenden Hufeisens die West-Ost Tangente, durchkreuzt den Innenstadtbereich und verläuft von der Weststation bis nach Merode parallel zur Linie 1. Bei der „Route de Lennik“, am Krankenhaus und der Universitätsbibliothek führt die Strecke zunächst in einem Bogen nach Norden. Über „Ceria“ und „La Roue“ geht es nach Anderlecht. Ab der Station Merode geht es in südöstlicher Richtung weiter. Vorbei an den Stationen Hankar und Delta finden sich bei Beaulieu etliche Bürogebäude der Europäischen Kommission, bevor der Endbahnhof Herrmann-Debroux erreicht ist.

Linie 6 (Blau) Roi Baudouin nach Elisabeth

Die Linie 6 verkehrt ebenfalls auf dem „kleinen Ring“, mit Überschneidungen der Linie 2, dehnt sich allerdings in Form eines kleinen „B’s“ nach Norden aus. So beginnt auch die Fahrtstrecke oberhalb des königlichen Fußballstadions und führt zur unmittelbar angrenzenden Station Heysel auf das umliegende EXPO-Areal. Hier kannst du etliche Sehenswürdigkeiten entdecken, darunter den Mini-Europa-Park, das Planetarium und natürlich das weltbekannte Atomium. An die etwas südlicher gelegene Station Stuyvenbergh grenzen die Parkanlagen „Jean Sobieski“ und „Stuyvenbergh“ an. Über Bockstael und Belgica geht es nach Simonis, wo die Linie 6 dem Verlauf der Linie 2 bis nach Elisabeth folgt.


Busse in Brüssel

Viele deiner Zielorte in Brüssel liegen vielleicht nicht in unmittelbarer Nähe einer U-Bahn- oder Tramstation. Hier hilft die praktische Busverbindung weiter. Fahrtzeiten und Busfahrplan hängen überall vor Ort aus. Mit den 51 Buslinien solltest du nahezu jede Destination erreichen können. Das Busticket gibt es direkt beim Fahrer und ist in der preiswerten 1-Stunden-Kombi-Version auch für die Metro und Straßenbahn gültig. Die Taktung und Frequenzen sind naturgemäß nicht so häufig wie bei der U-Bahn und unterscheiden sich innerhalb der jeweiligen Linien, aber in jedem Fall stellen die Verbindungen eine sinnvolle, flexible Ergänzung des Personentransports dar.

Es verkehren gesonderte Nachtbusse und es ist empfehlenswert, dich anhand der Online-Seite der STIB/MIVB im Busplan über Änderungen oder Neuerungen zu informieren. Viele Busse verkehren von 5 Uhr morgens bis Mitternacht. An den Wochenenden (Freitag und Samstag) sind Nachtbusse im Einsatz, die in Brüssel „Noctis“ heißen. Ab 00.15 Uhr fahren die Nachtbusse im 30 Minuten-Takt vom Innenstadtbereich bei der Börse ab und passieren viele der Haupt-Ein- und Ausgangstraßen der City. Bis 3 Uhr morgens sind die Noctisbusse im Einsatz. Ein Beispiel für eine gute Verbindungsroute im Citybereich ist die Linie 33. Sie deckt viele innerstädtische Sehenswürdigkeiten ab und fährt von „Danseart“ über „Manneken Pis“ vorbei am „Groote Markt“, dem Rathaus und dem Königspalast zum Quartier Lousie.

Brussels Public Bus Ride - De Lijn - Belgium
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Wichtige Bus Verbindungen

Linie 12: Troon – Flughafen Brüssel

Die Route verläuft über Luxembourg entlang des Europa-Viertels und dem Leopold-Park bis zur Haltestelle Schuman. Weiter in Richtung Nordosten führt die Strecke über die Station „Da Vinci“ in den Stadtteil Haren-Süd, wo die NATO und Eurocontrol ihren Sitz haben. Endstation ist der Airport Brüssel. Für die insgesamt 9 Haltestellen geben die Verkehrsbetriebe eine Fahrtdauer von 34 Minuten vor. Die Betriebszeit beginnt täglich um 05.01 Uhr und endet um 23.57 Uhr.

Linie 14: UZ-VUB – Gare du Nord

Die Linie befährt in West-Ost-Richtung die Route zwischen dem Universitätskrankenhaus und dem Gare du Nord. Über die Station Qrocq geht es entlang des „Parc Roi Baudouin“ zum Gare de Jette. Über die Haltestelle Belgica geht es durch Molenbeek und dann über den Kanal nach Willebroek. Vorbei an zwei großen Einkaufszentren erreicht der Bus den Endhalt am wichtigen Umsteigebahnhof Gare du Nord. Die Gesamtfahrdauer beträgt rund 26 Minuten. Der Streckenverlauf beinhaltet 18 Haltestellen und wird täglich von 05.22 Uhr bis 23.53 betrieben.

Linie 27: Gare du Midi – Andromede

Mit rund 42 Minuten Fahrtzeit ist die Route eine der längsten quer durch das Brüsseler Stadtgebiet. Täglich (sonntags eingeschränkt) werden die 27 Haltestellen von 04.58 Uhr bis 22.44 Uhr bedient. Vom Verkehrsknotenpunkt Gare du Midi, auch Shuttleverbindung zum Flughafen Charleroi, geht es zum historischen Stadttor „Porte de Hal“. Vorbei am Justizpalast führ die Strecke weiter zur „Eglise Notre-Dame de la Chapelle“ und „Grand Sablon“ mitten durch die City zum königlichen Palast. Weiter Richtung Osten passiert der Bus „Luxembourg“ und das Europaviertel, stoppt im Bereich des Leopoldparks, bevor er über „Gaulois“, direkt an den historischen Sehenswürdigkeiten des Jubelparks, die Haltestelle „Merode“ erreicht. Über das von Konsulaten und Akademien geprägte Viertel bei der Station „Montgomery“ geht es weiter nach Nordosten, vorbei am Park „Georges Henri“ nach Roodebeek sowie zur Endstation „Andromeda“ in der Nähe des royalen Institutes für Naturwissenschaften.

Linie 57: Gare du Nord – Hopital Militaire

Die Nord-Süd Verbindung ist nur von Montag bis Donnerstag in Betrieb und umfasst 21 Haltestellen. Die reguläre Fahrtzeit beträgt etwa 24 Minuten. Zwischen 05.15 Uhr und 19.46 Uhr folgen die Busse dem Verlauf des Kanals. Vom Gare du Nord geht es nach „Claessens“, weiter nach „Over de Bruggen“ entlang den königlichen Parkanlagen mit Schloss und Orangerie, bis zu den Hafenanlagen am „Avant-Port“. Der „Chaussée de Vilvorde“ weiter folgend geht es Richtung Ransbeek zum Militärkrankenhaus. Faktisch parallel auf der anderen Kanalseite verläuft die Route der Buslinie 58 zwischen „Yser und „Vilvoorde“.


Straßenbahn in Brüssel

Das Straßenbahnnetz von Brüssel beinhaltet 18 Tramlinien. Die Tram, ebenfalls durch die Verkehrsgesellschaft STIB betrieben, deckt insgesamt 626 Haltestellen ab und erstreckt sich über den ganzen Stadtbereich bis in das Umland. Trotz diverser Umstellung und den vermehrten Einsatz von Bussen, ist das Straßenbahngeflecht immer noch das größte Belgiens und umfasst rund 150 Kilometer Strecke, welche jährlich von über 80 Millionen Menschen genutzt werden. Bereits im Jahr 1869 durchfuhr der erste Tramwagen die Brüsseler Innenstadt. In der jüngeren Vergangenheit wurden bereits einige Tunnelabschnitte der Straßenbahn zu U-Bahnlinien umgebaut. Um die Infrastruktur immer weiter zu verbessern halten die Stadtverantwortlichen an diesem Konzept fest.

Die Linien 3 und 4 befahren Streckenführungen von Nord nach Süd zwischen den Haltestellen „Esplanade“ und „Churchill“ sowie dem Nordbahnhof und „Stalle“. Diese Netzlinien dienen hauptsächlich der Unterstützung und Ergänzung der Metro. Sie werden beim zum Teil unterirdischen Verkehrseinsatz auch „Premetro“ genannt und tragen das Logo „Chrono“, um mit einer erhöhten Zugfrequenz das Schnelltramnetz nach außen erkennbar zu machen. Die Linie 9 ist eine neue Linie, die im Jahr 2018 eingeweiht wurde. Sie verbindet im Nordwesten die U-Bahn Station „Simonis“ mit dem Universitätskrankenhaus und der Gemeinde Jette. Fast alle Linien nehmen den Betrieb am frühen Morgen gegen 06.00 Uhr auf und fahren bis kurz vor Mitternacht. Die Zugfrequenzen variieren zwischen 5 bis 10 Minuten in den Hauptverkehrszeiten und 10 bis 20 Minuten in den Regelzeiten und an Wochenenden.

Trams in Brussels, Belgium 2015
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Wichtige Straßenbahn Verbindungen

Linie 25: Rogier -- Boondael Gare

Viele der Tramlinien ziehen sich durch das Brüsseler Zentrum und verbinden dieses mit den umliegenden Vororten oder Bezirken. Die Route der Linie 25 ist bei vielen Pendlern beliebt und beginnt an der Station „Rogier“, die sich unweit des Nationaltheaters und des Botanischen Gartens befindet. Der angrenze „Boulevard du Jardin Botanique“ ist geprägt durch viele Hotels und Shoppingcenter. Über den Knotenbahnhof „Gare du Nord“ wendet sich der Streckenverlauf nach Osten. An der Station „Robiano“ liegen das Museum der „spontanen Kunst“ und die alten Markthallen von Schaerbeek. Über die Stationen „Meiser“ und „Georges Henri“ richtet sich die Streckenführung südlich zur Haltestelle „Montgomery“, bevor sie über „Arsenal“ und der Freien Universität Brüssel den Umsteigebahnhof Etterbeek erreicht. Endbahnhof der Linie mit 21 Stationen und einer Fahrtzeit von rund 34 Minuten ist der „Boondael Gare“.

Linie 39: Montgomery – Ban-Eik

Die Linie bedient die Ost-West-Achse des Brüsseler Umlandes zwischen den Stationen „Montgomery“ und dem Ortsteil Wezembeek-Oppem. Von Ban-Eik fahren die Züge westwärts, vorbei an der Station Stockel, über die Haltestelle „de Villabar“, welche zwischen den Grünanlagen des Parks Parmentier und „Étangs Mellaerts“ liegt, bis zum Trammuseum. Weiter Richtung Zentrum geht es über „Leopold II“ zur Zielstation Montgomery. Die Route beinhaltet 20 Bahnhaltepunkte und die Gesamtfahrdauer beträgt etwa 17 Minuten.

Linie 97: Schaerbek Gare – Fort-Jaco

Eine sehr gute Nord-Süd-Verbindung mitten durch die Brüsseler Innenstadt und vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten, bietet die Linie 97 mit ihren insgesamt 31 Haltestellen. Legst du die gesamte Strecke zurück, dauert die Fahrt rund 48 Minuten. Beginnend am Regionalbahnhof Schaerbeek, führt die Strecke über Collignon zur Station „Pogge“. Hier in der Nähe findest du das Hallenbad „Neptunium“. Die Linie führt weiter nach Süden, vorbei an der Haltestelle „Robiano“ bis zum Botanischen Garten. Auf dem Weg folgen das Kongresszentrum, der große Stadtpark Brüssel, die königlichen Palastanlagen und das Justizgebäude. Am Quartier „Louise“ geht es vorbei an „Châtelain“ nach „Darwin“. Bei der Station „Vanderkindere“ befindet sich das „Carrefour Einkaufszentrum“ mit dem Markt. Bei „Dleweg“ schwenkt die Strecke nach Osten zum „Quartier Saint-Job“, bis hin zur Endhaltestelle Fort-Jaco.


Regionale Züge in Brüssel

Bedingt durch die vielen Pendler, die das Brüsseler Stadtgebiet sozusagen strahlenförmig erreichen müssen, wurde ein umfangreiches regionales Zugnetz geschaffen, welches unserem großstädtischen S-Bahn-Netz oder auch den Regionalzugverbindungen ähnelt. Durch die Zugfahrt lassen sich oftmals lästige Staus im Ballungsgebiet Brüssel-Hauptstadt umgehen. Das ursprünglich von der belgischen Staatsbahn (NMBS/SNCB) veranschlagte Konzept „City Rail“ wurde aus Kostengründen verworfen, aber auch die neu installierten 12 S-Bahn-Linien sollen bis zum Abschluss der endgültigen Erweiterungs- und Umbauplanungen im Jahr 2025 ausreichende Flexibilität im Zugplan sicherstellen.

Die wichtigsten Kopfbahnhöfe für den Regionalzugverkehr sind Brüssel-Nord und Brüssel-Süd (Midi). Die zwischen diesen beiden Bahnhöfen liegende, sechsspurige Verbindungsstrecke wird von mehr als 1.200 Zügen täglich befahren. Die Untergrundroute gehört damit zu den meistbefahrenen der Welt. Um die große Anzahl an Pendlern und Reisenden zu bewältigen, verkehren viele Verbindungen im 30-Minuten-Takt, andere generell stündlich oder unter Einbeziehung von Zusatzfahrten während der Stoßzeiten im Berufsverkehr. Die früheren Zuglinien der sogenannten L-Züge wurden dabei umstrukturiert.

  • Linie S1: Brüssel nach Nivelles (Region Wallonien/Brabant) – alle 30 Minuten
    Gegenrichtung: Brüssel nach Mechelen (Provinz Antwerpen)
    und zum Bahnhof Antwerpen-Centraal (insgesamt 31 Stationen)
  • Linie S2: Brüssel nach Braine-le-Comte (Region Wallonien/Hennegau) – alle 30 Minuten
    Gegenrichtung: Brüssel nach Zaventem (Flämisch-Brabant)
    und nach Löwen (Stadt in Flandern) mit insgesamt 22 Stationen
  • Linie S3: Brüssel nach Zottegem (Flandern) – jede Stunde, Zusatzfahrten im Berufsverkehr
    Gegenrichtung: Brüssel nach Dendermonde (Ostflandern) mit insgesamt 23 Stationen

Weitere öffentliche Verkehrsmittel in Brüssel sind die 9 Zuglinien der ehemaligen L-Verbindungen, welche jetzt dem S-Bahn Segment zugeordnet sind, die IC- und ICE-Zugverbindungen für die überregionalen Reiseziele, die Direktanbindungen und die Shuttle-Züge zur Abwicklung des Flughafentransfers.

Passenger and Freight Trains in Brussels, Antwerp & Liège, Belgium
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ÖPNV Tickets

Fahrkarten für alle Verkehrsmittel erhältst du grundsätzlich an allen Verkaufsstellen, zumeist an etlichen Zeitungskiosken oder innerhalb der vielen Umsteigebahnhöfe. Hier und an den Metro-Stationen findest du auch einen Fahrkartenautomaten. Sogenannte „Go-Automaten“, auch für das Busticket, finden sich auch an einigen Straßenbahn- oder Busstationen. Das Metro-Ticket als Tageskarte kannst du dir auch im Tourismusbüro in der Rue de Marché-aux-Herbes 63 besorgen. Praktisch: Die Informationsbüros der STIB und die Kiosk-Schalter halten alle Fahr- und Streckenpläne kostenlos für dich bereit. Alle Tickets müssen vor der Fahrt an den entsprechenden Automaten der Station oder im Bus/Straßenbahn entwertet werden. Über die Internetseite der STIB ist es auch möglich, eine „Online-Kaufoption“ für Fahrkarten zu nutzen, beispielsweise für die „Go Easy“ Karten oder das „kontaktlose“ Bezahlen per Smartphone.

Kinder unter 6 Jahren fahren im Verkehrsnetzverbund Brüssel kostenlos. Auch die Mitnahme von Hunden ist kein Problem, sofern der Halter seiner Sorgfaltspflicht nachkommt. In den Bussen oder Straßenbahnen kannst du dein Ticket auch direkt beim Fahrer erwerben. Dann wird allerdings ein kleiner Aufpreis fällig. Grundsätzlich orientiert sich der Ticketpreis an der Nutzungs- und Verwendungsdauer. Die einzelne Fahrt hat grundsätzlich den gleichen Preis und lässt sich für alle Verkehrsmittel nutzen. Du hast die Möglichkeit Tickets für mehrere Fahrten (z. B. 5 Fahrten Ticket) oder für eine ganze Woche (Wochenticket) zu erwerben. Preise für gängige Fahrscheine und Bereiche sind:

  • Einzelfahrpreis (Jumpticket) – Für alle Verbindungen binnen 60 Minuten – 2,10 Euro
    Gültigkeit im gesamten STIB-Netz (ausgenommen Flughafenabschnitt Brüssel-Bourget)
    Möglichkeit zum Wechsel in das Nahverkehrsticket der SNCB oder das TEC- und De Lijn-Stadtnetz
  • Tagesticket (Jump 24 Stunden) – Für alle Verbindungen und unbegrenzte Fahrten – 7,50 Euro
    Gültigkeit im STIB-Netz (einschließlich Flughafentransfer)
    Möglichkeit zum Leistungswechsel in Abschnitt II des Regionalschienennetzes SNCB
  • 3 Tagesticket (Jump 72 Stunden) – Für alle Verbindungen und unbegrenzte Fahrten – 18 Euro
    Gültigkeit im STIB-Netz (einschließlich Flughafentransfer)

City Cards für den ÖPNV

Ein optionales Ticket für den Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel in Brüssel findest du auch in den Angeboten der „City Cards“ oder „Brüssel Cards“. Ab rund 27 Euro (je nach Auswahl eines Tages- oder 3 Tages Tickets) stehen dir neben der Wahlleistung auch etliche Vergünstigungen zur Verfügung.


Welches ist das beste Verkehrsmittel in Brüssel?

Welches Verkehrsmittel in Brüssel zu bevorzugen ist, liegt natürlich auch innerhalb des eigenen Ermessens und dem individuellen Anspruch. Durch das dichte Netz, die Flexibilität und die Erreichbarkeit ist die Straßenbahn bei vielen der absolute Favorit. Die Kombinierbarkeit mit Metro und Bus ist ohnehin ein großer Vorteil. Bei einigen Zielen etwas außerhalb oder in bestimmten Stadtvierteln wird es notwendig sein, den Bus zu nutzen, möchte man etwas weitere Fußwege vermeiden.


Gibt es eine App für den ÖPNV?

Einen nützlichen Routenplaner in Form einer App erhältst du im Google Play Store. Der BE- Brüssel U-Bahn-Führer mit Metro Karte ist ein Gadget, welches alle notwendigen Informationen zur Verfügung stellt. Zu den Optionen gehören die detaillierte Planung zur Fahrt mit der Metro, Entfernungsberechnung und Preisinformationen, die möglichen Umsteigevarianten und das Auffinden der nächsten Station. Auch auf der Internetseite der STIB findest du eine komplexe Informationsapp zum betriebsinternen Verkehrsnetz und aller anderen aktiven Brüsseler Nahverkehrsunternehmen. Für die einfache Planung oder das Auffinden bestimmter Standorte reicht oftmals auch das System von Google Maps. Zusätzlich könnte für dich die App des Anbieters „Moovit“ interessant sein, die Routen und Bestandteile von Metro, Bussen und Straßenbahnen in Brüssel bereithält.


Schwarzfahren in Brüssel

Natürlich ist es selbstverständlich, dass sich ein Erschleichen von Leistungen, also das „Schwarzfahren“ generell nicht lohnt und an dieser Stelle nicht befürwortet werden kann. Dennoch kann es natürlich vorkommen, dass beim Entwerten des Tickets ein Fehler unterläuft oder dieses schlichtweg vergessen wird. Im Verkehrsgebiet Brüssel kann die Geldbuße mit 100 Euro (Bei Bus und Tram 107 Euro) recht hoch ausfallen. Ein Verstoß gegen das Rauchverbot wird sogar mit 160 Euro geahndet.


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